Foxtrot - Chrämerhuus Filmnächte am Montag


Eine erschütternde Nachricht erreicht das wohlhabende Ehepaar Michael und Dafna Feldmann in Tel Aviv: Ihr Sohn Jonathan ist als Soldat «im Dienst des Landes gefallen». Dafna bricht zusammen und erhält ungefragt ein starkes Sedativum vom Militärsanitäter. Während sie bewusstlos ist, überfordern Verwandte und Armeeangehörige Michael mit gut gemeinten Ratschlägen. Zunehmend gerät der verzweifelte Vater in einen Sog von Wut und Schmerz. Da tritt plötzlich eine dieser unergründlichen Wendungen ein, die das Leben manchmal für uns bereithält. «Foxtrot» ist ein philosophisches Puzzle in drei Teilen – aufrüttelndes, einnehmendes und bewegendes Kino.

Ab 16 Jahren. ISR(2018). Deutsch. 113min. Regie: Samuel Maoz. Cast: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonaton Shiray, Karin Ugowski, Shira Haas u.v.a.

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Der Unschuldige


Ruth, Tierärztin in einer medizinischen Forschungseinrichtung, führt ein ambivalentes Leben zwischen Wissenschaft und christlicher Tradition als Mitglied einer Freikirche. Als sie eines Tages einen Mann sieht, den sie vor langer Zeit geliebt hatte und der für 20 Jahre wegen Mordes im Gefängnis sass, gerät ihre Welt gänzlich aus den Fugen. Ruth ist zerrissen zwischen dem Wunsch, ihr Leben aufrechtzuerhalten und der Anziehung zu ihrem früheren Geliebten, von dessen Unschuld sie heute noch überzeugt ist. Wird sich Ruth für ihre Familie und ihren Glauben entscheiden oder ihrer Sehnsucht nach Veränderung nachgeben?

Ab 14 Jahren. CH(2017). Dialekt. 114min. Regie: Simon Jaquemet. Cast: Judith Hofmann Christian Kaiser, Naomi Scheiber, Laura Winter, Thomas Schuepbach, Anna Tenta u.v.a.

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I Am Not Your Negro - Chrämerhuus Filmnächte am Montag


Im Juni 1979 beginnt der bedeutende US-Autor James Baldwin seinen letzten, unvollendet gebliebenen Text. Mit persönlichen Erinnerungen an seine drei ermordeten Bürgerrechtler-Freunde Malcolm X, Medgar Evers und Martin Luther King und Reflexionen der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer schreibt er die Geschichte Amerikas neu. Raoul Peck inszeniert die 30 bislang unveröffentlichten Manuskriptseiten mit einer fulminanten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips.

Ab 16 Jahren. USA/Frankreich (2016). Deutsch. 93min. Regie: Raoul Peck. Cast: Samuel L. Jackson, James Baldwin, Martin Luther King u.v.a.

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Der Läufer


Wie wird man zu einem Mörder? Nach einer schwierigen Kindheit scheint Jonas seinen Weg gefunden zu haben: Mittlerweile gilt der verschlossene Berner als einer der besten Läufer der Schweiz. Neben dem Sport arbeitet Jonas erfolgreich als Koch, pflegt Kontakt zu seiner Adoptivmutter und will bald mit seiner Freundin Simone zusammenziehen. Wären da nicht diese Träume, in denen er immer wieder seinem verstorbenen Bruder begegnet. Es scheint, als würde Jonas von einem dunklen Schatten verfolgt. Unfähig, den inneren Leidensdruck in Worte zu fassen, entwickelt der sensible Mann ein tragisches Doppelleben, das ihn nachts auf die Berner Strassen führt. Regisseur Hannes Baumgartner liess sich von einem bekannten Schweizer Kriminalfall inspirieren.

Ab 14 Jahren. CH(2017). Dialekt. 90min. Regie: Hannes Baumgartner. Cast: Max Hubacher, Annina Euling, Sylvie Rohrer, Christophe Sermet, Markus Amrein, Caspar Kaeser, Lara Marian, Luna Wedler u.v.a.

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Birds of Passage


Die Wayúu leben auf der Karibik-Halbinsel Guajira in Kolumbien und im benachbarten Venezuela. Sie sind die grösste indigene Bevölkerungsgruppe der Region und ihre Sprache Wayuunaiki wird von gut 300’000 Menschen gesprochen. Die Schilderung der Geschichte eines Familienclans, die die Regisseure Cristina Gallego und Ciro Guerra auf der Basis von realen Begebenheiten zu einem lateinamerikanischen Spiel mir das Lied vom Tod choreografiert haben, ist der oralen Erzähltradition der Wayúu verpflichtet und mit Bewusstsein für Genres wie für Ethnografisches fesselnd inszeniert. Einfache Bauern mutieren da ohne Vorbereitung zu Geschäftsleuten in einem von aussen aufgesetzten System, dessen Spielregeln ihre eigenen durcheinanderbringen. BIRDS OF PASSAGE schenkt den Wayúu Gehör, bietet eine andere Perspektive auf eine vermeintlich bekannte Geschichte. Und er geht ans Grundsätzliche, denn ob wegen Marihuana für Nordwestler in Kolumbien getötet wird oder für das Cobalt der globalen Handyproduktion im Kongo: Von den Opfern vor Ort spricht kaum jemand. «Wir haben die Seele verloren – niemand beschützt uns mehr», erkennt die Mutter am Ende des Films, der dem Mechanismus des Kapitalismus in die Fratze blickt.

Ab 16 Jahren. COL (2018). Ed. 125min. Regie: Ciro Guerra, Cristina Gallego. Cast: Carmina Martinez, José Acosta, Jhon Narvaez, Natalia Reyes, José Vicente Cotes, Juan Martinez u.v.a.

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